Nach zehn Stunden Schlaf (mit einigen Unterbrechungen) bin ich ausgeschlafen aufgewacht und habe direkt gemerkt, dass ich mir einen Sonnenbrand auf den Füßen eingefangen habe. Anfängerfehler … Ich habe mich in den Aufenthaltsraum des Hostels gesetzt, um endlich mein Mietauto zu buchen (in der Hoffnung, dass das WLAN dort besser ist – War’s aber leider nicht). Draußen schüttete es immer noch wie aus Eimern, und ich wusste nicht so recht, was ich mit meinem Tag anfangen sollte – denn in Miami kann man drinnen nicht wirklich viel unternehmen.
Im Hostelzimmer bleiben war jedenfalls keine Option: Die Mädels dort waren nicht besonders freundlich. Eine hat bis zwei Uhr nachts Videos auf ihrem Handy voller Lautstärke geschaut, das Licht angelassen und die anderen haben mir nicht einmal auf mein freundliches „Hello“ geantwortet.
Der Aufenthaltsraum füllte sich nach und nach. An einem Tisch saß ein älterer Herr, der gerade ein Meeresbild malte – er war Künstler aus New York und hier im Urlaub. Gegenüber von mir saß Yusif, ein 20-jähriger Typ aus Aserbaidschan, der bald in New York als Bademeister arbeitet und Autos liebt. Wir kamen ins Gespräch, und Yusif erzählte mir von seinen Plänen für den Tag. Er wollte ein bisschen durch die Stadt laufen und sich verschiedene Orte anschauen. Nachdem wir uns etwas länger unterhalten hatten, fragte ich ihn, ob ich ihn begleiten kann.
Nach einem kleinen Frühstück (Instant Oats und eine Banane) machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Ich kaufte mir einen Regenschirm (den hab ich dann auch den ganzen Tag gebraucht). Zuerst nahmen wir aus Versehen den Bus in die falsche Richtung, stiegen aber an der nächsten Station wieder aus und dann in den Richtigen ein.

Unser erster Stopp war der South Pointe Park. Dort steht das bekannte Hotel „Colon Hotel“ aus dem Spiel GTA. Für mich war das eher nicht so spannend…, aber die Gegend war ganz nett und der Strand war schön. Zufällig kamen wir auch am Restaurant Gianni’s vorbei, in dem ich vor ein paar Tagen essen war. Thayna (eins der brasilianischen Mädels vom zweiten Tag) hatte dort ihr Tuch verloren – zum Glück wurde es gefunden, und ich konnte es abholen. Wir treffen uns in New York wieder, und dann kann ich es ihr wieder geben. Sie hat sich total gefreut, weil sie dachte sie hätte es komplett verloren :).

Danach ging es weiter in den Design District (ein Viertel mit vielen Luxusgeschäften). Ich war auf einer super schicken Toilette im Balenciaga-Store (alles in Chrom!), und Yusif wollte unbedingt in den Tesla-Store. Ich bin kein Fan von Tesla, aber ich wollte auch nicht draußen im Regen warten, also bin ich mit rein. Ein junger Mitarbeiter kam direkt auf uns zu, hat ein bisschen mit uns gequatscht und uns gefragt woher wir kommen. Sein Opa (Hans Günther oder so 😀 ) kommt auch aus Deutschland. Dann bot er uns spontan eine kostenlose Probefahrt in einem nagelneuen Tesla an.
Ich wollte zuerst nicht, da ich 1. Noch nie einen Tesla gefahren bin 2. Eigentlich keinen Tesla fahren wollte und 3. Ein bisschen Schiss vor dem Stadtverkehr in Miami hatte. Aber Yusif hat keinen Führerschein und wollte unbedingt mitfahren, also hab ich mich überreden lassen. Mein Fazit: Die Straßen in Miami sind super breit, das Fahren war total entspannt, und ein Tesla fährt sich erstaunlich gut. Kaufen würde ich mir trotzdem keinen.

Nach der Probefahrt sind wir weitergelaufen. Der Regen wurde stärker und wir flüchteten in den nächstbesten Laden. Es war ein Sportgeschäft. Dort haben wir uns alles Mögliche angeschaut und gewartet, bis der Regen nachließ.

Als letztes Ziel stand Midtown auf dem Plan(ort gibt’s viele bemalte Hauswände und bunte Läden).

Zurück im Hostel habe ich mich erstmal umgezogen und bin dann ein Sandwich bei La Sandwicherie essen gegangen (war super lecker, große Empfehlung). Ich war danach pappsatt.
Zurück im Hostelzimmer lernte ich Anaya kennen (eine 26-jährige Inderin, die in Dallas lebt und dort als ITlerin arbeitet). Wir haben uns für den Abend auf einen Drink an der Hostelbar verabredet, da ich eh noch einen Gutschein für einen Willkommensdrink hatte.
Ich habe dann online ein Auto für die nächsten sieben Tage gemietet und nach Unterkünften gesucht (war gar nicht so einfach). Weil ich unter 25 bin, musste ich für den Mietwagen über 200 Euro extra zahlen. Ob ich das nochmal machen würde, weiß ich nicht… aber in dem Moment hab ich’s einfach gemacht, da ich meine Route im Kopf schon geplant hatte.
Anaya und ich haben uns mit unseren Drinks (bei mir gab’s Limonade, weil ich Kopfschmerzen hatte) in den Aufenthaltsraum gesetzt. Sie hat an ihrem Laptop gearbeitet, ich nach Unterkünften gesucht. Am Ende saßen wir dort zu viert und haben gequatscht.
Ich habe mich für eine etwas andere Route entschieden und zwei Nächte in einem Hotel gebucht, da die Hostels und Motels in der Gegend seltsame Bewertungen hatten und ich mich einfach sicher fühlen wollte.
Um 23 Uhr bin ich dann hundemüde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
03.06.2025


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