Am Abend des 23.10. ging es für uns kurz vor 23 Uhr aus dem Bett. Ich zog mich um, aß noch eine Kleinigkeit und um halb zwölf nachts wurden wir schließlich von einem Geländewagen direkt an unserem Hostel abgeholt. Ein weiterer Deutscher aus unserem Hostel machte ebenfalls die Tour zum Ijen-Vulkan, außerdem sammelten wir noch zwei österreichische Mädels an einem anderen Hostel ein.
Unser erster Stopp war eine Arztpraxis, denn bevor man die Wanderung antreten darf, ist ein kurzer Gesundheitscheck Pflicht.

Danach fuhren wir etwa eineinhalb Stunden bis zum Startpunkt der Wanderung. Dort warteten wir noch rund 30 Minuten in einer kleinen Hütte, bis es endlich losging. In dieser Zeit kam auch unser Guide dazu, erklärte uns ein paar wichtige Dinge und verteilte Stirnlampen sowie Gasmasken.

Um 2 Uhr nachts starteten wir dann mit der Wanderung – gemeinsam mit sehr vielen anderen Menschen.

Einige ließen sich von Locals in einer Art Schubkarre den steilen Berg hinaufziehen. Das mit anzusehen war wirklich schlimm und fühlte sich extrem unmenschlich an. Der Weg selbst war sehr steinig und unglaublich anstrengend. Eine der Österreicherinnen und ich liefen ganz hinten, da wir die langsamsten in der Gruppe waren – zum Glück war ich also nicht allein damit. Wir unterhielten uns viel übers Reisen und unsere Gruppe legte immer wieder kurze Pausen ein.
Irgendwann erreichten wir den Kraterrand, von dort ging es über einen steilen Weg hinunter in den Krater. Überall sah man die Lichter der Stirnlampen, die sich wie eine Schlange in die Tiefe bewegten.


Zwischendurch kamen uns Arbeiter entgegen, die Schwefel den Berg hinauftrugen. Unser Guide erzählte uns, dass die Körbe oft 80 bis 90 Kilo wiegen – eine unfassbar harte Arbeit.

Als wir uns dem „blauen Feuer“ näherten, mussten wir unsere Gasmasken aufsetzen, um die Schwefelgase nicht einzuatmen. Dort unten drängten sich viele Touristen.

Das blaue Feuer zu sehen war wirklich beeindruckend, und es war dort unten deutlich wärmer.

Unser Guide machte ein paar Fotos von uns, bevor wir uns (zum Glück) wieder aus den Dämpfen zurückzogen.

Anschließend schauten wir uns noch den Kratersee an, von dem man wegen des Nebels allerdings nicht allzu viel sehen konnte.

Hier unten verkauften Locals Figuren aus Schwefel. Wir fanden es ziemlich krass, dass sie den Weg bis hier runter auf sich nahmen um hier Souvenirs an Touristen zu verkaufen.

Dann ging es wieder all die steinigen Stufen nach oben. Langsam wurde es heller, die Sonne ging auf und der Ausblick von oben war einfach atemberaubend.

Nachdem wir den Krater verlassen hatten, liefen wir noch ein Stück weiter nach oben, um eine noch bessere Aussicht zu genießen. Auch wenn die Wanderung extrem anstrengend war – vor allem ohne wirklich geschlafen zu haben – hat sie sich absolut gelohnt. Einen aktiven Vulkan aus so einer Nähe zu sehen, war echt etwas Besonderes.

Oben machten wir noch eine kleine Pause, ich aß einen Müsliriegel, und dann ging es langsam wieder bergab. Dort warteten erneut viele Locals mit ihren Karren, um Touristen hinunterzubringen.

Besonders viele asiatische Touristen ließen sich fahren. Für uns sah das extrem gefährlich aus, da der Weg sehr steil war – wir waren froh, selbst zu laufen.

Der Abstieg zog sich gefühlt ewig hin, und wir waren sehr erleichtert, als wir gegen 7 Uhr morgens wieder unten an der Hütte ankamen. Dort bekamen wir gebratene Bananen als Snack, bevor es zurück zum Hostel ging.
Im Hostel sprang ich erst einmal unter die Dusche und legte mich anschließend ins Bett. Uns wurde gesagt, dass wir zwischen 12 und 13 Uhr abgeholt und weiter nach Bali gebracht würden – also blieb noch etwas Zeit zum Schlafen.
Gerade als ich kurz nach 10 Uhr eingeschlafen war, wurden wir durch Klopfen an der Tür geweckt: Das Shuttle sei schon da. Wir hatten unsere Sachen noch gar nicht gepackt, da ja eigentlich eine spätere Abholung angekündigt war. Also packten wir alles hastig zusammen und stiegen in einen Shuttle, der bereits randvoll mit genervt wartenden Locals war.
Nach einer Weile Fahrt machten wir einen Stopp zum Mittagessen, anschließend wurden wir in einen anderen Shuttle gesetzt. Mit diesem fuhren wir weiter, bis es schließlich auf die Fähre nach Bali ging.

An diesem Tag trennten sich die Wege von Kinga und mir – für mich ging es weiter nach Ubud. Ich wurde auf einer großen Straße auf Höhe von Ubud rausgelassen und bestellte mir von dort ein Uber, das mich in etwa einer Stunde zu meinem Hostel brachte.
Als ich dort endlich ankam, war es bereits Abend. Ich checkte ein, hatte ein Vierer-Dorm gebucht und unterhielt mich noch kurz mit einer Kanadierin aus meinem Zimmer. Danach ging ich in einem nahegelegenen Restaurant essen. Nach dieser extrem langen Tag und der noch längeren Reise fiel ich an diesem Abend völlig erschöpft früh ins Bett.
Mein Hostel: The Wayan House, Jl. Hanoman No.52, Ubud, Kecamatan Ubud, Kabupaten Gianyar, Bali 80571, Indonesia
24.10.2025


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